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Seite an Seite

Gestern Abend lief ein sehr schöner, aber für mich auch immer ganz schrecklicher Film mit Julia Roberts und Susan Sarandon auf Kabel 1. Seite an Seite ist die Geschichte 2er Frauen.

Der in New York City lebende geschiedene Luke Harrison, Vater von zwei Kindern, geht eine Beziehung mit der erfolgreichen Fotografin Isabel Kelly ein. Diese will Luke heiraten und kämpft um die Zuneigung seiner Kinder Ben und Anna. Die Mutter der beiden, Jackie, sieht in Isabel eine Konkurrentin und lässt nichts unversucht, diese in den Augen der Kinder zu diskreditieren. Nachdem Isabel Ben in der New Yorker Innenstadt aus ihren Augen lässt und dieser von der Polizei aufgefunden wird, erwägt Jackie die Erwirkung eines Gerichtsbeschlusses, der Isabel den Umgang mit den Kindern verbieten würde. Luke redet diese Idee seiner Ex-Frau nur mit Mühe aus.

Jackie erfährt, dass sie krebskrank ist und kommt zum Schluss, dass sie Isabel als künftige Erzieherin ihrer Kinder unbedingt braucht. Eines Tages sieht Isabel ein auf Jackie ausgestelltes Flugticket nach Los Angeles und vermutet, diese will dorthin umziehen. Sie fürchtet, Jackie könnte ihrem Mann die Kinder wegnehmen und ist erschrocken. Jackie offenbart, dass sie krank ist und nach Los Angeles zu einer Behandlung fliegt. In diesem Augenblick fangen die beiden Frauen an, sich zu duzen …

Ich habe Seite an Seite das erste Mal vor etwa 9 Jahren gesehen und war gestern  überrascht wie sich die Entwicklung des eigenen Lebens auf die Sichtweise eines Filmes auswirkt. Vor 9 Jahren sass ich heulend vor dem Film, weil ich es nicht ertragen konnte, dass die Mama stirbt. Meine Mutter ist ganz plötzlich verstorben als ich 13 Jahre alt war und ich kann solche Filme nur sehr schwer ertragen. Ich bin also in die Rolle der Kinder geschlüpft, die mit dem nahenden Tod der Mutter leben lernen und ich kannte die Situation mit der neuen Frau an Papas Seite.

Jetzt bin ich aber selber Mutter und ich saß gestern vor dem Fernseher und war in dem Film auf einmal nicht mehr das Kind, sondern die schwer kranke Mutter, die Angst hat ihre Kinder auf der Welt alleine zu lassen. Die es nicht ertragen kann, dass ihr Mann eine Neue hat und dann auch noch eine Jüngere. Die nicht immer weiß was das Richtige für ihre Kinder ist und total von dieser Mutterliebe erfüllt ist.

Ich habe wieder Sturzbäche geweint, auch oft geschmunzelt und nachher viel nachgedacht und kann diesen Film jedem empfehlen, der mal richtig Herzschmerz braucht.

Habt ihr auch Filme, die euch wegen eurer Vergangenheit so richtig ans Herz gehen? Erzählt doch mal!

Anm. d. Red. Meine Mutter ist an einem geplatzten Aneurysma gestorben. Es passierte ohne Vorwarnung. Innerhalb weniger Stunden war sie tot. Meine Mutter war die tollste Mutter der Welt. Sie war von einer Liebe erfüllt, die nur wenige Menschen in sich haben. Sie versuchte immer erst andere Menschen glücklich zu machen, bevor sie an sich selber dachte. In meinen Augen konnte sie einfach alles. Sie ging arbeiten, hat sich um den gesamten Haushalt gekümmert, hatte viele tolle Hobbys, war sehr kreativ, hatte nette Freundinnen und konnte unglaublich toll kochen. Sie war ein sehr lebenslustiger, geselliger Mensch und hat ein riesen Loch in meinem Herzen hinterlassen.

Mein Kind hat ein kleines Stück dieses Loches wieder verschlossen. Auch ihn kann ich so bedingungslos lieben, wie ich es bei meinen Eltern kann und ich bin sehr froh solche Menschen in meinem Leben zu haben.

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5 denken was zum Thema “Seite an Seite”

  1. Elke sagt:

    Das ist aber schade, dass ich den Film gestern verpasst habe. Ich habe ihn auch vor vielen jahren gesehen und dabei geheult. Ich glaube, ich werde mir den Film als DVD kaufen.

    Welchen Film ich sehr gerne mag, obwohl er nichts mit meiner Vergangenheit oder Gegenwart zu tun hat, ist “An Deiner Seite” mit Bruce Willis und Michelle Pfeiffer. Kennst Du den?

    Ganz liebe Grüße!
    Elke

  2. DasClaudi sagt:

    @Elke Ich musste zwar gerade erstmal bei Wikipedia gucken, weil ich ein ganz schlimmes Filmnamensgedächtnis habe *g*, aber ja, ich habe den Film schon einmal gesehen. Und der ist auch echt “aussem Leben gegriffen”. Grinsen musste ich gerade bei Wikipedia: Die Frau ist Kreuzworträtseldesignerin *geiles Wort*.

  3. Barbara sagt:

    Du hast recht: der Blickwinkel hat sich sehr verändert! Doch das Gefühl von Verlust ist in beiden Fällen heute wie damals dasselbe. Damals wegen des Verlusts geheult, den man selbst durchlebt hat und heute geheult, weil ein möglicher Verlust über das Zusammensein mit meinen Kindern mich rein gedanklich schon völlig überfordert.

    Hast Du schon mal “I’m Sam” geguckt – auch mit Michelle Pfeiffer. Sean Penn der als geistig Behinderter um sein Kind gekämpft, dass ihm langsam geistig über den Kopf wächst und Michelle Pfeffer als Karriere orientierte Mutter dem armen Kerl zu seinem Glück verhelfen soll. …
    Meine Güte, was ich geheult bei dem Film, obwohl ich damals noch keine Kinder hatte. Aber Sean Penn hat so grandios gespielt, dass man nur mit ihm fühlen und leiden konnte.

  4. alexandra sagt:

    ich muß generell bei rührenden filmen heulen. kann also gar nicht sagen, ob sich das nun auf (m)eine vergangenheit bezieht oder nicht.

  5. Knuddelmutti sagt:

    Oh , nu hab ich den tatsächlich verpasst.. Hatte den auf Video.. der ist einfach verschwunden.. seit dem suche ich den.. find ihn aber nirgendswo :(

    Die Geschichte ist wirklich sehr traurig, aber wirklich auch wunderschön…. Hat mich sehr berührt!

    Gruß Ilka

Das denke ich

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